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Warnhinweise auf Lebensmitteln
 
Kunterbunte Süßigkeiten müssen ab Juli 2010 Warnhinweise tragen. Verbraucherschützer fordern aber schärfere Regelungen.
 
Ob Fruchtgummis, Joghurtdrops oder Kauschlangen – Kinder mögen knallbunte Süßigkeiten. Nahezu die Hälfte der extra für Kinder aufgemachten Süßigkeiten und Süßgetränke enthalten jedoch gesundheitlich riskante Azofarbstoffe wie Tartrazin, Azorubin oder Chinolingelb. Das ergab ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Hessen. Die Zusatzstoffe, die als E-Nummern auf den Zutatenlisten auftauchen, können nicht nur Allergien auslösen, sondern stehen auch im Verdacht, Konzentrationsprobleme und Hyperaktivität bei Kindern zu verstärken. Deshalb müssen sie ab Juli 2010 europaweit mit dem Warnhinweis „kann die Aktivität und Aufmerksamkeit von Kindern beeinträchtigen“ gekennzeichnet sein. Die neue Regelung gilt konkret für die Farbstoffe Gelborange E 110, Azorubin E 122, Allurarot AC E 129, Tartrazin E 102, Cochenillerot E124 und Cholingelb E 104.
 
Verbraucherschützern geht diese Regelung allerdings noch nicht weit genug: „Azofarbstoffe müssen für Lebensmittel EU-weit verboten werden“, fordert Andrea Schauff von der Verbraucherzentrale Hessen. „Der Warnhinweis, den die EU bis 2010 für betroffene Produkte vorschreibt, reicht nicht aus.“
 
 
Neues aus dem Gesundheitswesen
 
Es geht auch ohne Ulla Schmidt. Zum Jahreswechsel beschert der Gesetzgeber Kassen- und Privatpatienten eine Flut von Neuerungen. Was Versicherte jetzt wissen müssen.
 
Von FOCUS-Online-Redakteurin Catrin Gesellensetter
 
Auch wenn die nächste Jahrhundertreform noch etwas auf sich warten lässt: Ganz ohne Neuerungen kommt das Gesundheitswesen auch 2010 nicht aus. Vor allem für die Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung bringt das neue Jahr einige Veränderungen mit sich.
 
So sollten zum Beispiel Kassenpatienten bei einem Besuch ihres Orthopäden künftig nicht mehr darauf vertrauen, von ihrem Arzt sofort die benötigte Schiene oder Gehhilfe zu erhalten. Grund ist das „Gesetz zur Weiterentwicklung der Organisationsstrukturen in der gesetzlichen Krankenversicherung“. Das neue Regelwerk verbietet die Abgabe von Hilfsmitteln wie Sehhilfen, Hörhilfen, oder Gehhilfen über ein Depot beim Vertragsarzt. Solche Depots, so heißt es in der Begründung des Gesetzes, böten einen Anreiz für die Ärzte, sich mit einem einzelnen Anbieter zusammenzutun und sich dadurch finanzielle Vorteile zu verschaffen. Die Folge: Einige Patienten werden in Zukunft wohl längere Wege in Kauf nehmen müssen, um an ihre Hilfsmittel zu kommen.
 
Steigende Kosten, sinkende Steuern
 
Auch an der Kostenfront tut sich einiges: Zusatzbeiträge im gesetzlichen Lager sind programmiert und wer zu einem privaten Anbieter wechseln will, muss künftig mehr verdienen als bisher. Doch es gibt auch gute Nachrichten, wie etwa Steuererleichterungen oder verbesserte Leistungen in der Pflegepflichtversicherung.
 
 
Der Fiskus greift 2010 weniger zu
 
Firmenerben profitieren im neuen Jahr von günstigeren Steuerregeln. Und eine größere Zahl von Betrieben kann den Investitionsabzugsbetrag nutzen.
 
Von FOCUS-MONEY-Redakteurin Martina Simon
 
2010 dürfen sich Firmenerben über Erleichterungen bei Erbschaft- und Schenkungsteuer freuen. Bislang mussten Nachfolger den Betrieb mindestens sieben Jahre lang fortführen, um nur 15 Prozent der fälligen Erbschaft- und Schenkungsteuer zu zahlen. Zudem mussten sie auf eine zusammengezählte Lohnsumme von 650 Prozent kommen. Künftig müssen sie das Unternehmen nur fünf Jahre lang halten und 400 Prozent der Lohnsumme erreichen, um den Steuervorteil zu bekommen.
 
Wichtig: Für Erben kleiner Betriebe gilt die Lohnregel nicht. Bislang profitierten davon aber nur Unternehmen mit bis zu zehn Mitarbeitern, künftig können sich Firmennachfolger mit bis zu 20 Mitarbeitern den Nachweis der Lohnsumme ersparen.
 
Die zweite Option, den Betrieb komplett steuerfrei zu erwerben, wurde ebenfalls entschärft. Künftig geht der Betrieb schon dann steuerfrei über, wenn der Nachfolger das Unternehmen sieben Jahre – statt wie bisher zehn Jahre – aufrechterhält und in der Zeit auf eine Lohnsumme von 700 Prozent kommt.
 
 
 
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